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Wie Sie die 6 größten Kostenfallen beim Leasing im Fuhrpark vermeiden

Was ist als Fuhrparkverantwortlicher unerfreulicher als von Kostenfallen überrascht zu werden? Genau mit diesem Problem sieht man sich mit Leasingfahrzeugen im Fuhrpark schnell konfrontiert. Zwar hat Leasing einige Vorteile in Finanzierungs- und Steueraspekten, doch führen intransparente bzw. in ihren Effekten schwer nachvollziehbare Vertragskomponenten beim Leasing oft zu bösen Überraschungen.

Die Krux steckt üblicherweise im Detail. Wie unterscheidet man beispielsweise Schäden aus gewöhnlicher oder ungewöhnlicher Abnutzung, oder was ist der Unterschied, ob beim Totalschaden der Buch- oder Verkehrswert eines Fahrzeugs ersetzt wird? Was beim Vertragsabschluss wie ein irrelevanter Unterschied klingt, führt in der Praxis üblicherweise zu Kosten von mehreren hunderten und nicht selten auch tausenden von Euro pro Fahrzeug.

Doch wollen wir Leasing keinesfalls verdammen. Wenn man sich der Kostenfallen bewusst ist, kann Leasing eine sehr geeignete Methode der Fahrzeugfinanzierung im Firmenfuhrpark sein. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen deshalb die sechs wichtigsten Kostenfallen im Leasing für Fuhrparks und geben Tipps, wie Sie diese vermeiden.

1. Kostenfalle: Übertriebene Wertminderung bei Unfallschäden

Wertminderungen am Fahrzeug durch übliche Gebrauchsspuren sind in der Leasingrate bereits einkalkuliert. Wird das Fahrzeug jedoch mit einem Unfallschaden zurückgegeben, kann dies für Sie als Leasingnehmer sehr teuer werden. Bei Schäden am Fahrzeug verrechnen Leasingnehmer bei Fahrzeugrücknahme eine Wertminderung des Fahrzeugs.

Die Wertminderung bei der Rückgabe entspricht jedoch nicht der Wertminderung, welche am Gebrauchtwagenmarkt eintreten würde. Leasinggeber berechnen die Wertverluste üblicherweise basierend auf den (fiktiven) Reparaturkosten ihrer Vertragswerkstätten oder auf einem berechneten Minderwert.

Die im Gebrauchtwagenmarkt vom Käufer verlangten Kostenabschläge für Fahrzeugschäden sind normalerweise bedeutend niedriger als die Reparaturkosten der Vertragswerkstätte. Dies liegt daran, dass viele Fahrzeuge in Länder exportiert werden, wo Unfallschäden am Fahrzeug keine Rolle spielen oder günstig repariert werden können. Der Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagement-Unternehmen rechnet im Schnitt mit 700 Euro Mehrkosten pro Fahrzeug, wenn ein Leasingfahrzeug mit Unfallschaden zurückgegeben wird. Vergleichbare Kosten durch Unfallschäden bei der Veräußerung von Kauffahrzeugen sind im zweistelligen Prozentbereich niedriger.

Sollten also Unfallschäden vorliegen und eine Fahrzeugübernahme möglich sein, sollten Sie eine Fahrzeugübernahme prüfen. Weiterhin sollten Sie beachten, dass die Wertminderung oft anhand der Tarife für Reparaturen durch Vertragswerkstätte berechnet wurden. Entsprechende Gutachten basieren oft auf den Angaben der Fahrzeughersteller. Freie Werkstätte sind jedoch üblicherweise bedeutend günstiger. Bei Vertragsabschluss sollten Sie deshalb mit Ihrem Leasinganbieter über die Berechnungsgrundlage der Wertverluste diskutieren. Insbesondere sollten Sie über die die Option verhandeln, die Schäden in ausgewählten freien Werkstätten reparieren zu lassen, statt Wertabschläge in Kauf zu nehmen.

2. Kostenfalle: Schwammige Definition von übermäßigem Gebrauch

Am Ende eines Leasings muss üblicherweise der Wert des Fahrzeugs bestimmt werden, wobei Schäden zu einem Abzug führen. Wertverluste durch Abnutzungsschäden aus üblichem Gebrauch eines Fahrzeugs sind bereits berücksichtigt und durch die Leasingrate bereits bezahlt. Erkennt der Leasinggeber bei der Rückgabe aber eine überdurchschnittliche Beanspruchung, drohen Nachzahlungen. Die Unterscheidung zwischen übermäßiger und normaler Abnutzung ist in der Praxis jedoch schwer. Wenn der Unterschied im Vertrag nicht konkret formuliert ist, haben Leasinggeber Auslegungsspielraum. Von diesem machen einige Anbieter gerne Gebrauch.

Haben Sie das Gefühl, dass ihr Leasinggeber von seinem Auslegungsspielraum zu großzügig Gebrauch macht, können Sie sich zu Nutze machen, dass die Beweislast einer übermäßigen Abnutzung beim Leasinggeber liegt. In der Praxis bedingt diese Beweislast üblicherweise, dass er die Kompensation nur einfordern kann, wenn ein gemeinsam unterzeichnetes Prüfprotokoll vorliegt oder ein detailliertes Gutachten der Schäden vorliegt. Beachten Sie, dass das Gutachten detailliert darlegen muss, welche Schäden über den gewöhnlichen Gebrauch hinausgehen. Sie können sich auf einen Gerichtsentscheid beziehen, der besagt, dass ein vom Leasinggeber beauftrages Expertengutachten ohne Details nicht ausreicht. Detailiert ist beispielsweise ein Gutachten mit Fotos und weiterführender Erläuterung der Schäden.

Sollten Sie die Unterscheidung in gewöhnlichen und übermäßigen Gebrauch interessieren, empfehlen wir Ihnen zunächst einen Blick auf bereits existierende Rechtsprechung. Dort sind zahlreiche Streitfälle bereits geregelt. Als weitere, jedoch rechtlich nicht bindende Unterscheidungshilfe können wir Ihnen den Dekra Schadenkatalog sowie die Bewertungskriterien des VMF - Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e.V. empfehlen. Bindenden Charakter erhalten diese jedoch, wenn Sie sie als “neutrales Beurteilungsinstrument” beim Abschluss eines neuen Leasings mit in die Verträge aufnehmen. Bei den meisten Leasinggesellschafte ist eine der beiden Bewertungsrichtlinien bereits heute üblicherweise in den Verträgen festgehalten. Es lohnt sich deshalb Einhaltung dieser Bewertungsrichtlinien beim Leasingrückläufer zu überprüfen.

Tipp: Wenn Sie Ihr Leasingfahrzeug vor Ablauf des Leasingvertrags einem Smart-Repair-Anbieter vorführen, kann dieser etwaige Mängel beheben und das Fahrzeug für die Übergabe vorbereiten. Die Kosten für Smart-Repair dürften oft wesentlich geringer sein als diejenigen, die durch das Gutachten entstehen. Mehr dazu folgt in unserem bald erscheinenden Beitrag zum Thema Kostensparen beim Leasingrückläufer. Melden Sie sich jetzt für den Avrios Newsletter an, um diesen sowie weitere wertvolle Beiträge zu Mobilität und Fuhrparkmanagement für Firmen zu erhalten. 

3. Kostenfalle: Vorzeitige Kündigung und Bewertungsdifferenzen bei Totalschaden und Diebstahl

Erleidet ein Fahrzeug bei einem Unfall einen Totalschaden oder wird gestohlen, hat der Leasingnehmer ein Problem. Die Versicherung übernimmt zwar die Kosten, um das Fahrzeug zu ersetzen und der Leasingvertrag kann vorzeitig gekündigt werden, doch bleibt der Leasingnehmer auf weiteren Kosten sitzen.

Zunächst muss der Leasingnehmer Schadensersatz für die Auflösung des Leasingvertrages zahlen. Der fällige Schadensersatz ist die so genannte „Vorfälligkeitsentschädigung.“ Diese entspricht den entgangenen Zinsen und Gewinnen des Leasinggebers für die Periode von der Kündigung bis zum geplanten Vertragsablauf. Bei einem üblichen Mittelklassewagen beträgt die Vorfälligkeitsentschädigung schnell mal 500 Euro und mehr, wenn der Vertrag noch ca. 1.5 Jahre Laufzeit hat.

Weitere Kosten ergeben sich daraus, dass Versicherungen oftmals den Verkehrswert des Fahrzeugs ersetzen, während die Leasinggesellschaft den Buchwert verlangt. Häufig ist der Verkehrswert niedriger als der Buchwert und die Kostendifferenz von bis zu mehreren tausend Euro müssen Sie als Leasingnehmer tragen.


Hinweis Gap-Versicherung: Das Risiko des Draufzahlens bei Totalschaden oder Diebstahl lässt sich durch den Abschluss einer sogenannten Gap-Versicherung (gap: englisch für „Lücke“) minimieren. Sie bezahlt die etwaige Differenz zwischen Ablösewert und Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs.

4. Kostenfalle: Unrealistisch hoher Restwert

Beim Leasing mit Restwertvertrag bildet die Differenz aus Fahrzeugpreis und festgelegtem Fahrzeugrestwert die Basis für die Berechnung der monatlichen Leasingrate. Je höher der relative Restwert, desto tiefer die Leasingrate. Die folgende Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang.

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Als Kunde sollte man davon ausgehen können, dass diese beiden Komponenten zur Berechnung der Leasingrate vom Leasinggeber fair definiert werden. In der Praxis setzen Leasinggeber den bei Vertragsabschluss definierten Restwert jedoch oft höher an als den tatsächlich zu erwartenden Fahrzeugwert bei Ende des Leasingvertrags. Durch den künstlich höher gesetzten Restwert können Leasinggeber mit niedrigen Leasingraten werben.

Liegt nun der tatsächliche Verkaufswert des Fahrzeugs am Ende der Leasingperiode unter dem bei Vertragsabschluss abgemachten Restwert, muss je nach Vertragsgestaltung der Leasingnehmer die Differenz ausgleichen und draufzahlen. Manche Verträge sehen nämlich vor, dass der Leasingnehmer die Differenz zwischen abgemachten Restwert und tatsächlich erzieltem Gebrauchtwagenerlös ausgleichen muss.

Vorsicht: Nach Urteil des BGH darf der Leasinggeber den Restwert unrealistisch hoch ansetzen – Juristisch gesehen handele es sich hierbei nicht um den Zeitwert bei Vertragsablauf, sondern nur um einen Posten in der Gesamtkalkulation.

Rechtliche Quelle: LG Frankfurt/M 16.09.1997, NJW-RR 1998, 349

Um keine unerfreulichen Überraschungen zu erleben, sollten Sie bei Vertragsabschluss mit realistischen Wertverlusten kalkulieren. Eine bewährte Quelle zur Ermittlung des Wertes von Gebrauchtwagen ist beispielsweise die Schwackeliste. Allgemein beträgt der Wertverlust im ersten Jahr etwa ein Viertel des Neupreises, wobei sich Sonderausstattungen zusätzlich negativ auswirken. Nutzungsabhängig sinkt der Wert im zweiten Jahr etwas geringfügiger, wobei das Fahrzeug nach etwa drei bis fünf Jahren noch etwa die Hälfte des Neupreises wert ist.


Tipp: Drohender Wertverlust für Dieselfahrzeuge: Informieren Sie sich aufgrund der Dieselskandale über den Restwerte Ihrer Dieselfahrzeuge, bevor Sie ein Fahrzeug beschaffen. So warnt der ADAC momentan vor der Beschaffung von Dieselfahrzeugen. Schuld daran sind die drohenden Fahrverbote angesichts des sogenannten Dieselskandals – Hersteller hatten mittels Tricks in der Software die Emissionswerte bestimmter Baureihen manipuliert. Sollten Sie Kunde der Avrios Plattform zur automatischen Fuhrparkverwaltung sein, können Sie ohne Aufwand und vollautomatisiert ermitteln, welche Ihrer Fahrzeuge vom Dieselskandal betroffen sein können.

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 5. Kostenfalle: Künstliche Werte im Kilometerleasing

Beim Kilometerleasing zahlen Leasingnehmer Leasingraten für die Fahrzeugnutzung, wobei bei Vertragsabschluss die erlaubte Nutzungsdistanz und Vertragsdauer definiert werden. Entsprechen bei Vertragsablauf der Fahrzeugzustand und die zurückgelegte Distanz den Abmachungen, kann das Fahrzeug ohne weitere Kosten zurückgegeben werden. Fährt man jedoch mehr oder weniger als abgemacht, bekommt man Minderkilometer erstattet, oder muss für Mehrkilometer bezahlen.

Übliche Raten für einen Mittelklassewagen sind beispielsweise ca. 10 ct./km Kosten für die abgemachte Distanz, 8-10 ct/km Vergütung für eine gewisse Anzahl Minderkilometer und 20 ct./km Kosten für jeden zu viel gefahrenen Kilometer. Man muss kein Mathegenie sein, um zu erkennen, dass Mehrkilometer sehr teuer sind und die dafür berechneten Kosten kaum den effektiv beim Leasinggeber entstehenden wirtschaftlichen Schaden entsprechen. Auch die Vergütungen für Minderkilometer entsprechen oft keiner realistischen wirtschaftlichen Basis.

Als Fuhrparkverantwortlicher sollten sie deshalb unbedingt einen Überblick über die von Ihren Fahrzeugen üblicherweise gefahrenen Kilometern sowie die Mehr- und Minderkilometer bewahren. Erst kürzlich haben wir mit einem Fuhrparkleiter gesprochen, bei dem allein ein einzelnes Fahrzeug 10’000 Euro Kosten in einem Jahr durch Mehrkilometer verursacht hat. Dies sind 5’000 Euro mehr als wenn der Vertrag für das Fahrzeug refinanziert worden wäre! Bedenken Sie die Folgen für den Gesamtfuhrpark des Unternehmens von 700 Fahrzeugen.

Wenn Sie sich nicht auf Fahrer verlassen können bzw. diesen hintertelefonieren möchten, können Sie die Kilometerstände auch über Tankabrechnungen oder Daten in Telematiksystemen einsehen. Vergleichen Sie diese regelmäßig mit den vereinbarungen in den Leasingverträgen. Mit moderner Fuhrparkmanagement-Software  geschieht die Kontrolle sogar vollautomatisch, wobei Sie und Fahrer von der Software gewarnt werden, wenn Gefahr von Mehrkilometern besteht.

Als weitere Massnhame um Kosten durch Mehrkilometer zu senken sollten Sie über die Anzahl Freikilometer mit Ihrem Leasinggeber verhandeln. Die Grenze für  die erlaubten Freikilometer entspricht häufig keiner anders wirtschaftlich begründbaren Basis als die Profitoptimierung des Leasinggebers. Ein guter Überblick über Ihren Fuhrpark sowie die üblicherweise gefahrenen Kilometer eines Mitarbeiters können Ihnen helfen, Ihre Fuhrparkkosten massiv zu senken.

Mehr zum Thema Kostensparen bei Mehr- und Minderkilometern erläutern wir in einem unserer nächsten Beiträge.

6. Kostenfalle: Rückführung des Fahrzeugs

Die Fahrzeugrückgabe ist laut BGB eine Bringschuld. Vor diesem Hintergrund sollten Sie als Fuhrparkmanager wissen: Wenn der Leasinggeber das Fahrzeug selbst abholt und das im Vertrag nicht gesondert festhält, sind die Kosten dafür bereits in den Leasinggebühren enthalten. Erkundigen Sie sich danach und vergleichen Sie die Kosten mit einer selbst organisierten Rückführung. Ein Angebot eines Drittanbieters können Sie auch als Verhandlungsgrundlage für eine Kostensenkung beim Leasinggeber verwenden. Wenn Sie die Rückführung selbst organisieren, haben Sie je nach Fuhrparkgröße unterschiedliche Möglichkeiten: 

  • Kleine Fuhrparks: Hier ist eine Überführung durch ein professionelles Überführungsunternehmen eine Einsparmöglichkeit. Während Leasingfirmen oft 100 bis 250 Euro für eine Überführung von 250 km Entfernung berechnen, führen freie Anbieter das Fahrzeug bei einer solchen Strecke für etwa 80 bis 150 Euro zurück. Wichtig ist bei der Preisermittlung wichtige Angaben einzubeziehen: Kraftstoffverbrauch des Autos, etwaige Mautgebühren, das Ticket für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch den rückführenden Fahrer und natürlich sein Fahrerlohn.

Fazit

Sie haben alles über die wesentlichen Kostenfallen im Leasing erfahren. Berücksichtigung dieser Kostenfallen hilft Ihnen jedoch nur die gröbsten Fehler zu vermeiden. Möchten Sie Ihren Fuhrpark professionell führen, sollten beim Leasing noch mehr beachten. Im Avrios Blog über Mobilitäts- und Fuhrparkwissen für Firmen berichten wir regelmäßig über entsprechende Aspekte. Aus unserer bisherigen Beitragsreihe zum Leasing empfehlen wir Ihnen den Artikel zu Single- vs. Multisourcing im Leasing oder die Aufzeichnung unseres 15 minütigen Webinars, in dem Fuhrparkexperte Dr. Vogt von Fleetcompetence sein Expertenwissen zur Rückgabe von Leasingfahrzeugen teilt. Er berichtet wie Sie bei der Rückgabe Kosten sparen können.

Als Teil unserer Beitragsreihe zum Leasing werden wir Ihnen in weiteren Artikeln berichten, wie Sie Mehr- und Minderkilometer professionell managen und Kosten bei Leasingrückläufern sparen können. Schreiben Sie sich für den Avrios Newsletter ein, um diese sowie weitere Beiträge zu Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement für Firmen nicht zu verpassen.

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