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UVV-Fahrerunterweisung beim Dienstwagen: So geht’s

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Im 4. Teil unserer Blogserie über Halterhaftung und Unfallverhütungsvorschriften im Fuhrpark betrachten wir ein oft vernachlässigtes Thema: Die Fahrerunterweisung - landläufig auch als "Fahrer-UVV" bezeichnet. Zudem zeigen wir Ihnen direkt, wie Sie die Aufgabe möglichst effizient lösen können.

 

Worum geht es bei der UVV-Sicherheitsunterweisung für Fahrer?

Unter der Fahrerunterweisung (Fahrer-UVV) wird die Einweisung der Fahrer von Dienstfahrzeugen in die sichere Nutzung der Fahrzeuge verstanden. Diese Unterweisung ist als Teil der Halterhaftung in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften geregelt (siehe DGUV Vorschrift 70 ehemals BGV D29). Somit ist sie von Gesetzes wegen Vorschrift. Im Rahmen der Fahrer-UVV sollen die Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und relevanten Vorschriften thematisiert werden.

Rechtsgrundlagen: §12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz, BDUV 1 i.V.m DGUV Regel 100-001

Mehr über die rechtlichen Hintergründe der UVV im Fuhrpark erfahren Sie in unserem Beitrag über die Rechtsgrundlagen der UVV im Fuhrpark. Eine Übersicht zum Geltungsbereich der DGUV Vorschrift 70 sowie zu den UVV-Pflichten für Fuhrparkverantwortliche finden Sie in unserem Beitrag zur DGUV 70 für Fahrzeuge.

Wie sollte die Fahrer-UVV grundsätzlich ablaufen?

Ziel der Fahrer-UVV ist, dass die Fahrer über mögliche Gefahren bei der Nutzung der Dienstfahrzeuge unterwiesen werden. Dafür erstellt der Fuhrparkverantwortliche zunächst eine Liste der möglichen Gefahren (siehe unten). Anhand der Liste sollte ein Kurs zusammengestellt werden, der über die Gefahren aufklärt. Der Kurs kann manuell oder elektronisch stattfinden (siehe unten). Ungeachtet der Unterrichtsform muss während der Unterweisung ein Gespräch zwischen dem Mitarbeiter und dem Unterweisenden möglich sein, um Rückfragen direkt klären zu können. Die Inhalte sind verständlich zu vermitteln, und der Verantwortliche muss überprüfen, ob der jeweilige Mitarbeiter die Inhalte auch verstanden hat. In der Praxis werden dafür oft Verständnistests nach erfolgter Unterweisung mit Fragen zum Unterrichtsmaterial eingesetzt. Zur rechtlichen Absicherung sollte dokumentiert werden, dass der Fahrer unterwiesen wurde. Beispielsweise können Fuhrparkleiter und Kursteilnehmer ein Dokument gemeinsam unterschreiben.

Rechtsgrundlagen: DGUV 1 i.V.m. DGUV Regel 100-001

Vorlage für Inhalte der Fahrer-UVV

Da es sehr viele unterschiedliche Arten von Dienstfahrzeugen gibt, sagen die UVV-Vorschriften leider wenig über den Inhalt der Einweisung aus. Es heißt, dass Art und Weise sowie der Umfang einer Unterweisung in einem angemessenen Verhältnis zur vorhandenen Gefährdungssituation und der Qualifikation der betroffenen Person stehen müssen. Doch können Sie beispielsweise die folgenden Punkte bei der Erstellung der Gefahrenliste beachten:

  • Witterung bei Nebel, Regen und Schnee (Einschränkung der Sicht, Rutschgefahr, angemessene Geschwindigkeit, Beleuchtung, Reifenprofil, Frostschutz, Winterketten, Eiskratzer etc.)
  • Fahrzeug-Checks durch den Fahrer
  • Verhalten beim Unfall (Nutzung von Warnweste, Warndreieck, sicheren Standort suchen, Notrufnummern etc.)
  • Umgang mit Alkohol und Medikamenten (Einfluss von Alkohol, Restalkohol etc.)
  • Angepasster, defensiver Fahrstil
  • Ladungssicherung (Beachten Sie z.B. die Gefahren durch ungesicherte Kartons mit Broschüren auf Rücksitzen)
  • Umgang mit Stress und Ablenkung (Die BG Verkehr stellt beispielsweise ein PDF zum Umgang mit Ablenkung im Straßenverkehr zur Verfügung)

Neben den allgemeinen Gefahren, sollten Sie unbedingt auch Gefahren beachten, die das jeweilige Fahrzeug sowie Ihr Betriebsgelände betreffen. Bei neueren Fahrzeugen sollten Sie beispielsweise auf die Gefahren durch die Nutzung von Fahrassistenten eingehen. Beachten Sie unter anderem die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Fahrzeuge, um Gefahren zu identifizieren. Üblicherweise bieten auch Fahrzeughersteller eine Einweisung in die Fahrzeuge an. Machen Sie sich Notizen bei der ersten Einweisung oder Kontaktieren Sie ihn betreffend seiner Unterlagen.

 Rechtsgrundlage: DGUV 70

Wie oft sollte die Fahrerunterweisung stattfinden?

Die Unterweisung sollte einmal bei der Einstellung bzw. bei der Übergabe eines neuen Fahrzeugs und danach mindestens einmal jährlich stattfinden. Zusätzliche Unterweisungen sollten stattfinden, wenn Mitarbeiter einen Unfall haben, sich unsicher verhalten oder Rückfragen haben.

Vorgehen bei manueller und elektronischer UVV-Fahrerunterweisung

Man kann die Fahrerunterweisung manuell oder elektronisch durchführen. Beachten Sie, dass bei beiden Formen aus rechtlicher Sicht ein Gespräch zwischen Fahrer und Unterweiser möglich sein muss. Weiterhin muss bei beiden zunächst eine Liste der möglichen Gefahren erstellt werden. Neben allgemeiner Gefahren ist insbesondere auch auf Gefahren zu achten, die sich durch den Fahrzeugtyp (beispielsweise automatisches Assistiersystem) oder die Nutzungsart (Beispielsweise Ladungssicherung Aussendienst-Fahrzeugen) zu achten.

  1. Manuelles Vorgehen: Anhand der Liste stellen Sie ein Kursprogramm zusammen. Um dieses zu unterrichten, genügt es aus rechtlicher Perspektive nicht nur die Unterlagen zu verteilen. Sie müssen sicherstellen, dass Kursteilnehmer Rückfragen stellen können. Weiterhin müssen Sie am Ende durch ein persönliches Gespräch oder einen Test überprüfen, dass die Kursteilnehmer den Inhalt verstanden haben. Am besten erstellen Sie dafür einen kurzen Test. Kursverantwortlicher und -teilnehmer sollten am Ende erfolgreiche Fahrerunterweisung durch eine Unterschrift dokumentieren.

  2. Nutzung von E-Learning-Angeboten: Die Inhalte können auch durch Internetangebote vermittelt werden (oft mit Videos, interaktiven Quizzes, usw.). Anbieter einer solchen Lösung ist zum Beispiel die Zeitschrift Autoflotte, die Kosten betragen einmalig EUR 108 pro Unternehmen und weitere 1.49 EUR im Monat pro aktiven Fahrer. Auch bietet der Bundesverband Fuhrparkmanagement eine elektronische Fahrerunterweisung an. Die Kosten betragen 125 EUR pro Unternehmen sowie 5 EUR pro Mitarbeiter. Sollten Sie ein Angebot wählen, stellen Sie sicher, dass die Inhalte zu Ihrem Gefährdungsumfeld passen. Vergleichen Sie es dafür mit Ihrer Gefahrenliste. Idealerweise sollte Angbot von der Berufsgenossenschaft zertifiziert sein.

    Inhaltlich können die elektronischen Systeme normalerweise nur übliche Gefahren abdecken. Erarbeiten Sie deshalb zusätzlich ein Kursprogramm für sich aus Ihrer Tätigkeit ergebenden Gefahren. Bedenken Sie beispielsweise die Gefahren für Außendienstler, wenn dieser Informationsbroschüren ungesichert auf dem Rückfahrersitz statt im Kofferraum lagert. Möchten Sie diese ebenfalls elektronisch vermitteln und prüfen, können Sie beispielsweise mit Hilfe der Programme Zoom oder Google Hangout eine persönliche Onlineschulung organisieren. Zur Überprüfung können Sie beispielsweise die Programme Surveymonkey oder Google Formulare verwenden. Beachten Sie, dass E-Learning-Angebote weder das persönliche Abschlussgespräch noch die entsprechende Dokumentation ersetzen. Das Gespräch können Sie ebenfalls per Videokonferenz führen. Für eine elektronische Dokumentation können Sie beispielsweise das Programm DocuSign verwenden.

Wie behalte ich den Überblick?

Dokumentieren Sie auf jeden Fall in einer Papierliste oder einem Excelfile, welcher Fahrer die Unterweisung besucht hat. Eine Unterlassung der Unterweisung kann rechtlicher Folgen für Sie haben. Alternativ können eine professionelle Software zur Fuhrpark-Verwaltung einsetzen, um Fahrer und Verantwortliche automatisch an die ausstehende Fahrerunterweisung zu erinnern. Zudem können Sie so zu jedem Fahrer direkt und bequem einsehen, wann dieser die letzte Fahrerunterweisung absolviert hat. So können Sie jederzeit die Erledigung Ihrer Pflichten nachweisen und es geht garantiert kein Fahrer vergessen.


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Weiterführende Informationen

Die Fahrer-UVV sind Teil der sogenannten Halterpflichten. Möchten Sie mehr über die Halterpflichten erfahren und anwenderorientierte Handlungsanweisungen zu diesen erhalten, empfehlen wir Ihnen das Avrios Ebook Halterhaftung. Das Ebook geht auf die Halterhaftung, Unfallverhütungsvorschriften (UVV) und Führerscheinkontrolle ein. Zusätzlich finden Sie im Ebook praktische Vorlagen, um die Aufgaben zu erledigen.


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riften (UVV) und Führerscheinkontrolle 

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Weiterhin empfehlen wir Ihnen folgende Beiträge:

    1. Grundlagen zur Halterhaftung
    2. Wie die Halterpflichten von der Geschäftsleitung an Fuhrparktleiter rechtlich korrekt übertragen werden können
    3. Was Sie bei der Führerscheinkontrolle machen müssen
    4. Was Sie bei den Unfallverhütungsvorschriften (UVV) betreffend der Fahrzeugprüfung beachten müssen


       

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