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27. März 2015 Trends

Die Zukunft der Dispositions-Software ist in der Cloud

Geschrieben Von: Avrios

Dispositions-Software ist aus keiner Firma mit eigenem Fuhrpark mehr wegzudenken. Moderne Firmen in der Logistik heben ihre Ladescheine nur noch aus gesetzlichen Gründen auf, wickeln das Geschäft aber längst komplett elektronisch ab. Aber auch Service-Firmen, wie Gärtnereien, Sanitär-Betriebe oder Lieferdienste bilden ihre Prozesse zunehmends mit Dispositions-Software ab.

Aufträge werden elektronisch abgewickelt

Transport- oder Service-Aufträge werden in einer Dispositions-Software übersichtlich auf einem Gantt-Chart von einem Disponenten den einzelnen Mitarbeitern zugewiesen und der Bearbeitungszustand der Aufträge ist in Echtzeit sichtbar. So kann in der Disposition viel schneller auf Veränderungen reagiert werden als das zu Zeiten von Papier, Funkgerät und Telefon möglich war. Die Abrechnung der Aufträge kann theoretisch auch unmittelbar nach Beendigung erfolgen. In der Praxis bieten sich hier allerdings mehrere Stolperfallen:

  • Heutige Lösungen bieten nicht ausreichende Möglichkeiten zur Vermeidung von Eingabefehlern
  • Integrationen mit Dritt-Systemen sind aufgrund individueller Schnittstellen sehr aufwändig
  • Fest installierte Hardware ist in der Zusammenarbeit mit Sub-Unternehmern nicht brauchbar
  • Kunden stellen steigende Anforderungen an die Prozess-Transparenz und wollen umfangreiche Track&Trace Funktionen

Die meisten dieser Probleme, die im deutschsprachigen Raum heute noch üblich sind, liessen sich durch Dispositions-Software aus der Cloud lösen. Allerdings stammen hiesige Anbieter, wie Soloplan, BNS, Xmatik oder LIS (Winsped), aus einer anderen Zeit und der Respekt vor der Zusammenarbeit mit internationalen Cloud-Anbietern wie Telogis oder vWorkApp ist gross.

Qualität der Daten: Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung

Dispositions-Software soll unter anderem den Prozess der Rechnungsstellung beschleunigen. Rechnungsrelevante Informationen, wie Ladezeiten, Auftragszeiten oder bestimmte Spezial-Dienstleistungen können theoretisch elektronisch erfasst und sofort in Rechnung gestellt werden. Üblicherweise müssen die Daten, die von Fahrern oder Service-Mitarbeitern eingegeben werden, händisch überprüft werden. Bei einem Kunden konnten wir feststellen, dass nur 12% der Aufträge ohne manuelle Korrekturen weiter bearbeitet werden konnten. Hier sollte an der Quelle angesetzt werden. Heutige Systeme bieten wenige Möglichkeiten zur Überprüfung von Dateneingaben. Dank Cloud-Software in Zusammenarbeit mit Smartphones zur Auftragsabwicklung, ist es aber möglich auftragsspezifische Prüfmuster zu übermitteln. Somit können Daten sofort bei der Eingabe plausibilisiert werden.

Standardisierte Schnittstellen: Alle versprechen es, keiner hälts

Anbieter von Desktop-Software oder inhouse-Software bieten zwar Schnittstellen, jedoch müssen diese in aufwändiger Auftragsarbeit für Kunden individuell angepasst werden. Zwar versprechen die Hersteller mit allen anderen marktüblichen Systemen kompatibel zu sein, allerdings sind die Systeme vor Ort oftmals so stark angepasst, dass auch die Standard-Schnittstellen nicht funktionieren. Da Cloud-Software nicht vom Programmierer angepasst, sondern vom Kunden selbst konfiguriert werden kann, wurden diese Anpassungen auch bei der Entwicklung der Schnittstellen berücksichtigt. Somit fällt der Aufwand für die Schnittstellen-Entwicklung tatsächlich nur einmal an und Cloud-Software-Anbieter können daher halten was die Desktop-Anbieter seit jahrzehnten versprechen.

Sub-Unternehmer haben Smartphones

Viele Firmen arbeiten ganz oder teilweise mit Subunternehmern, spannen für einzelne Baustellen Partner mit ein oder haben oft wechselnde Kuriere im Einsatz. Dies bedingt software-seitige Flexibilität. Ein Mischsystem aus fest installierten Einheiten und Smartphones oder sogar Telefon-Kommunikation funktioniert in der Praxis nicht zuverlässig. Die einzig mögliche Lösung werden daher Auftrags-Management-Lösungen auf App-Basis werden. Der Erfolg von Spedion in Deutschland gibt dieser These Recht, auch Soloplan versucht eine eigene App zu etablieren. Da für die Soloplan-App somit keine weitere Schnittstelle mehr notwendig ist, halten wir diese Paket-Lösung mittelfristig für sinnvoller als eine Anbindung einer externen Auftragsverwaltung. Trotzdem hat Soloplan einige Nachteile einer Desktop-Lösung die zumindest kurzfristig nicht gelöst werden.

Dispositions-Software aus der Cloud bietet Track&Trace Funktionen

Dank der einfacheren Integration von Subunternehmern sowie der Bereitstellung von Standard-Schnittstellen, können die Daten aus Cloud-Lösungen leichter an Dritt-Systeme übertragen werden. Weiterhin ist es mit einer Cloud-Lösung deutlich einfacher Kunden-Portale anzubieten, auf denen die Kunden ihre Aufträge in Echtzeit verfolgen können. Diese Vorteile werden den Cloud-Anbietern entscheidende Vorteile einräumen, da grosse Auftraggeber immer mehr Druck auf ausführende Unternehmen ausüben und erwarten in Echtzeit über den Auftragsstatus informiert zu sein.

Hosting im Rechenzentrum vs. Dispositions-Software aus der Cloud

Desktop-Anbieter versuchen dem Wettbewerb mit Cloud-Anbietern Stand zu halten, indem sie einzelne Kopien ihrer Software in einem Rechenzentrum installieren. Das ist allerdings nicht mit einer echten Cloud-Software zu vergleichen, da nicht die gleiche geteilte Rechenleistung der tausenden von Computer zur Verfügung steht. Anstatt beim Kunden, wird also eine Kopie der Software im Rechenzentrum betrieben, was aber keine der Vorteile einer echten Cloud-Software bringt. Weiterhin ermöglicht eine derartige Struktur nicht auf gleiche Weise die Integration von Hintergrund-Diensten, wie beispielsweise Google Maps, PTV xServer Internet, Routific oder sonstigen Mehrwehrt-Diensten.

Fazit: Cloud-Anbieter werden mehr technologische Innovation und bessere Vernetzung mit anderen Marktteilnehmern ermöglichen

Wir glauben dass die Zukunft aufgrund der besseren Integration mit Smartphone-Lösungen, der daraus resultierenden Datenqualität und aufgrund der standardisierten Schnittstellen bei Dispositions-Software aus der Cloud liegt. Entscheidend im Wettbewerb mit anderen Anbietern werden auch geteilte Resourcen wie Google Maps, Open Street Map, Routific oder neue Erfindungen sein. Diese Phänomene sind in der Endkunden-Software bereits vielfach zu beobachten. Auch Unternehmens-Software, wie beispielsweise CRM-Systeme zeichnen das enorme Innovations-Potenzial von Dispositions-Software aus der Cloud vor.

Wir glauben dass Telogis für grössere Unternehmen und vWorkApp für mittlere bis kleine Transportfirmen bzw. Jobber für Service-Firmen sehr gut aufgestellt sind. Am meisten Potenzial für die zukünftige Entwicklung lokaler Lösungen im deutschsprachigen Raum bieten Cloud-Anbieter wie Spedion oder PTV. Ob diese ihre Stärke-Position allerdings bereits verstanden haben ist fraglich und wird sich erst mit der Zeit herausstellen. Wir bleiben gespannt.

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